Aus unserem Gespräch 2019 mit Staatsseketärin Schütz und Professor Funck in Stuttgart durften die Studenten von Professor Funck an der Hochschule für Wirtschaft & Umwelt in Nürtingen-Geislingen eine Forschungsarbeit durchführen, in der sie unser Projekt dahingehend analysierten, ob dieses geeignet ist, den Einzelhandel am Beispiel von Nürtingen zu unterstützen.

Hier zunächst das Fazit der Studenten dieser Forschungsarbeit als kurzes Video:

Das erstellte Plakat (im Hintergrund zu sehen) zu dieser Forschungsarbeit zeigt die strukturierte Vorgehensweise, mit der sich die Studenten dem Thema genähert haben. Diese wurde auch sofort „spürbar“, als unser Konzept in seiner ersten Phase bildlich dargestellt wurde:

Sehr spannend an dieser Stelle auch die Break-Even-Berechnung der Studenten, also die Antwort auf die Frage, ab welchem monatlichen Umsatz sich die Teilnahme mit dem eigenen Unternehmen im Verhältnis zu den Teilnahmegebühren in Abhängigkeit der eigenen Gewinnspanne rechnet:

Auch das Entwicklungspotential unseres Projekts, wenn mit Erreichen der „kritischen Masse“ an Einkaufspartnern der „digitale Gutschein“ und die „Arbeitgeber-Gutscheine“ (Nettolohnoptimierung) eingebunden werden, haben die Studenten als wichtige Bausteine unseres Gesamtkonzepts erläutern können:

Ein wichtiger Teil dieser Forschungsarbeit war auch eine Umfrage bei unseren (zu diesem Zeitpunkt) 140 Einkaufspartnern, deren Ergebnisse auch für uns sehr spannend sind:

Vor allem in der nachfolgenden Folie wird klar, warum die Förderbedingung der Deutschen Stadtmarketing Gesellschaft für die Bezuschussung der Teilnehmergebühren an die Voraussetzung geknüpft ist, dass der Förderantrag stadtseitig einzureichen ist: steht das örtliche Stadtmarketing hinter diesem Projekt, erleichtert dies nicht nur die Akquise örtlicher Einkaufspartner, Medienpartner (Tageszeitungen, Radiosender, etc.) und Vereine, auch die oftmals vorhandenen städtischen Werbemöglichkeiten könnten ausgeschöpft werden. Die Studenten machten gerade im Punkt „Bekanntheitsgrad“ klar, wie wichtig es ist, die örtlichen Netzwerke zu nutzen – schließlich gewinnen ja alle Beteiligten, wenn das Projekt erfolgreich in einer Stadt umgesetzt werden würde:

Und die Frage, ob in Nürtingen die Voraussetzungen gegeben sind, das Projekt gemeinsam mit alle Akteuren erfolgreich umzusetzen, haben die Studenten natürlich auch hinterfragt und nicht nur beantwortet, sondern auch mit einem Umsetzungsplan belegt:

Angesichts der Tatsache, dass es auch für die Einzelhändler in Nürtingen bereits „10 nach 12“ ist, glauben wir zwar, dass eine zeitlich schnellere Umsetzung notwendig wäre. Allerdings haben wir auch bei der Vorstellung dieser tollen Forschungsarbeit wieder live erleben müssen, dass dieses „10 nach 12“ offenbar bei den Stadtverantwortlichen noch nicht angekommen ist: weder die teilnehmenden Verantwortlichen des Citymanagments, noch der Wirtschaftsförderung hatte es im Anschluss für notwendig gefunden, mit den Studenten oder mit uns ins persönliche Gespräch zu gehen. ;-(

Unser herzliches Dankeschön gilt diesen vier angehenden Wirtschaftsingenieuren, die diese Forschungsarbeit mit sehr viel Engagement und Sachverstand durchgeführt haben. Und wer weiss, vielleicht werden es diese Studenten eines Tages sein, die unser Projekt als Lokal-Lobbyisten nach Nürtingen bringen:

Sie haben es vielleicht auch in den Nachrichten gehört oder gelesen: der stationäre Einzelhandel hat 2019 ein Umsatzplus von 2,4% verzeichnen können und liegt damit ganz knapp über der Inflationsrate. Genau betrachtet kann man sogar eher sagen, dass die Gewinne im Vergleich zum letzten Jahr eher stagniert oder gar rückläufig sind. Der Onlinehandel hingegen durfte sich wieder über eine Umsatzsteigerung von mehr als 20% freuen und allen voran konnte sicherlich auch Amazon wieder ordentliche Umsatzzahlen verzeichnen.
 
Aber was hat diese Entwicklung mit UNS ALLEN zu tun?
 
Zunächst einmal müssen wir uns vor Augen halten, dass Amazon & Co. keine Gewerbesteuern zahlen. Diese sind aber äußerst wichtig für unsere Kommunen, um unsere Infrastruktur zu erhalten, wie bspw. den Straßenbau oder die Kindergärten und Schulen. Ich denke, auch Sie wollen nicht in Zukunft auf „durchlöcherten“ Straßen fahren müssen, oder? Und überhaupt: würden Sie in die Stadt fahren, nur um einen Kaffee zu trinken – und das zwischen leerstehenden Ladengeschäften – macht auch nicht wirklich Spaß, oder?
 
Aber was können wir GEMEINSAM dagegen tun?
 
Am Allerwichtigsten ist es, dass wir unser Netzwerk informieren und sensibilisieren: JA, es ist einfach und bequem rund um die Uhr online einzukaufen, kein Parkplatzstress, kein Zeitstress und außerdem isses ja auch soooo wunderbar günstig im Internet zu kaufen – „und die vom Einzelhandel sind ja auch selbst schuld:“, höre und lese ich diesbezüglich immer wieder, „sollen die doch mal ihren Service verbessern, dann klappt das schon!“ Dass allerdings der stationäre Einzelhandel im Gegensatz zu Amazon & Co. die eigenen Mitarbeiter*innen fair bezahlt und nicht einfach nur einen Lagerplatz „irgendwo auf der grünen Wiese“ betreibt, um seine Kunden zu bedienen, das wollen viele in diesem Zusammenhang leider nicht sehen.
 
Deshalb ist es immens wichtig, dass wir alle zunächst verstehen, dass JEDER EURO, den wir bei uns vor Ort im stationären Handel ausgeben, in unserer Stadt bleibt – sei es in Form von Gewerbesteuern oder als Kaufkraft: geben wir in unserer Stadt bspw. € 100.- bei unserem lokalen Optiker aus, kann dieser mit diesen € 100.- bspw. bei der lokalen Druckerei bspw. Werbematerial einkaufen. Somit stehen der lokalen Druckerei € 100.- zur Verfügung um bspw. den lokalen Fotografen mit der Produktion neuer Werbefotos zu beauftragen und der wiederum könnte mit den € 100.- im lokalen Buchhandel die neusten Bilderbände kaufen. Der Buchhändler hätte dann die € 100.- um sich bspw. die neue Brille wiederum beim lokalen Optiker zu kaufen. In einem lokalen Wirtschaftskreislauf arbeitet das Geld für alle und kommt vielleicht auch wieder zu dem Arbeitgeber des Bürgers zurück, der ursprünglich die ersten 100.- beim lokalen Optiker ausgegeben hatte. Kauft man hingegen bei amazon, ist das Geld in Seattle und kann nicht mehr in der eigenen Stadt für UNS alle „arbeiten“!
 
Haben wir diese Tatsache erst einmal selbst verstanden und HANDELN wir entsprechend auch selbst, dann können wir beginnen, unser Netzwerk entsprechend aufzuklären – und im besten Fall nutzen wir die App „kauft lokal“ und lösen mit jedem Einkauf vor Ort gleich noch eine Spende für unseren Lieblingsverein aus!